Argumente PRO Snape



Natürlich haben wir auch Argumente gesammelt die FÜR Snape Sprechen:


Dumbledore kann sich nicht all die Jahre in Snape getäuscht haben.Dumbledore mag Fehler haben, er mag auch sehr vertrauensselig sein, aber bekloppt ist er nicht!


Snape lässt keine Flüche auf Harry los, als er vom Hogwartsgelände flüchtet, statt dessen gibt er ihm Ratschläge
(close your mind, keep your mouth shut)


Dumbledore hat auch Harry bedingungslosen Gehorsam verordnet, auch wenn es ihm fast das Leben kostet
(Trank in der Höhle)


Es ist nicht bewiesen, dass Snape wusste, bei was er Malfoy unterstützen sollte
(unbreakable vow)


Snape hat Harry mehr als einmal geholfen und ihm so indirekt das Leben gerettet
(Band 1, 3, 5)


"Snape gut" wird, glaube ich, dem zweischneidigen Charakter der Figur nicht gerecht.
Ich bin überzeugt dass Snape auf der guten Seite steht, oder aus seiner Sicht, auf der Seite von Dumbledore,
was wiederum aus unserer Sicht dasselbe ist.

Dennoch ist Snape nicht "gut" - er ist arrogant, zutiefst ungerecht und verfügt kaum über die Maßstäbe des Handels,
die man gewöhnlich bei Menschen findet, die man als "gut" empfindet - Hilfsbereitschaft, Güte, Herzlichkeit, Großzügigkeit,Zuvorkommenheit, Altruismus würde wohl kaum jemand mit Snape in Verbindung bringen.
Seine Verbindung zur guten Seite besteht in der Loyalität zu Dumbledore, mehr nicht.

Drum: Böser Snape, aber auf der richtigen Seite.


Snape warnt in Band 5 den Orden, als Harry ihm eine kryptische Nachricht über Sirius im Beisein von Prof. Umbridge zukommen lässt. Er hätte damals einfach die Nachricht ignorieren können, niemand hätte ihm nen Vorwurf gemacht, dass er Harry nicht verstanden hat.
Snape hat aber den Orden alarmiert, weil er befürchtete, dass Harry sich ins Ministerium begiebt und dort in Gefahr kommt und selbst ging er in den Wald, falls Harry dort Gefahr drohen würde. Wäre er auf Voldemorts Seite, dann war das ein Riesenfehler, denn Harry und die anderen Schüler hätten gegen eine Übermacht von Todessern und Voldemort, der schließlich noch ins Ministerium kam so gut wie keine Chance gehabt.


Dumbledore sagt, dass Snape auf die gute Seite "zurück"gekehrt ist, dass heisst, er war nicht einfach immer schlecht, obwohl wir von ihm immer dieses Bild vermittelt bekommen.
So wie es Dumbledore forumlierte, zeigt es uns aber, dass hinter Snape noch mehr steckt, das wir gar nicht kennen, denn ZURÜCKkommen kann er nur, wenn er davor mal auf der guten Seite war.
Ich stells mal so dar:

Fallbeispiel 1:

- Ich bin zuerst auf der guten Seite und wechsle auf die böse Seite.

- Nun bin ich auf der bösen Seite und kehre auf die gute Seite zurück (nur jetzt kann es auch ZURÜCK) heißen

Fallbeispiel 2:

- Ich entscheide mich gleich für die böse Seite

- Nun bin ich auf der bösen Seite und kehre um zur guten Seite (ich kehre hier aber nicht ZURÜCK, denn ich war noch nie gut)
Alsoooo, in Fall 1 kehrt jemand zurück, in Fall zwei kehrt jemand um. Ich halte JKR für so konzentriert,
dass sie das nicht versehentlich lasch formuliert hat, sondern dass es absichtlich so geschrieben steht.

Ich hab mal die Stelle rausgesucht, extra im englischen Buch, weil man weiß ja nie, ob's der Herr Fritz sonst murksig übersetzt hat *g*
Als Harry "versehentlich" in Dumbledores Denkarium fällt *g*:

(Karkaroff spricht)

"Snape!" he shouted. "Severus Snape!"
"Snape has been cleared by this council," said Crouch disdainfully. "He has been vouched for by Albus Dumbledore."
"No!" shouted Karkaroff, straining at the chains that bound him to the chair. "I assure you! Severus Snape is a Death Eater!"
Dumbledore had gotten to his feet.
"I have given evidence already on this matter," he said calmly. "Severus Snape was indeed a Death Eater.
However, he rejoined our side before Lord Voldemort's downfall and turned spy for us, at great personal risk.
He is now no more a Death Eater than I am."

In deutscher Übersetzung:

"Snape!", rief er. "Severus Snape!"
"Snape wurde vor diesem Rat bereits entlastet", sagte Crouch kühl. "Albus Dumbledore hat sich für ihn verbürgt."
"Nein!", rief Karkaroff und zerrte an den Ketten, die ihn an den Stuhl fesseleten.
"Ich versichere Ihnen, Severus Snape ist ein Todesser!"
Dumbledore hatte sich erhoben. "Ich habe in dieser Angelegenheit bereits ausgesagt", erklärte er ruhig.
"Severus Snape war in der Tat ein Todesser, doch er hat sich schon vor Lord Voldemorts Sturz wieder unseren Reihen angeschlossen und als Spion für uns gearbeitet, unter größter Gefahr für sein eigenes Leben. Er ist heute genauso wenig ein Todesser, wie ich es bin."


Vielleicht muss ich nochmal dazu sagen, dass ich jedes Mal total geschockt bin, wenn ich das so lese.
Dumbledore war sich so sicher, wie er sonst nur bei Hagrid war. Er hat für Snape seine Hand ins Feuer gehalten und auch wenn er immer auf das Gute im Menschen hoffte,er hat es bei Riddle auch nicht getan. Obwohl er damals als Voldemort die Stelle wollte, als Dumbledore noch nicht Schulleiter war und Dumbledore hatte nicht viel in der Hand gegen Riddle, aber er hat den Schulleiter damals überredet ihn nicht zu nehmen. Dumbledore war kein dummer alter Mann.. (ok, das nur nebenbei)
Dumbledore sagt also explizit, dass Snape ZURÜCK gekommen ist, ich hab die Stelle mal kenntlich gemacht im Text oben!

Das ist ein Unterschied für mich, ob jemand dem Bösen den Rücken kehrt, oder wieder den Rücken kehrt, denn es hieße ganz klar, dass Snape nicht einfach immer böse war und ich denke diese Tatsache ist auch für Dumbledore total wichtig. Sicher hat es eine Situation gegeben, die ausschlaggebend war, dass Snape überhaupt von der guten zur bösen Seite gewechselt ist und es gab dann auch wieder eine Situation, wo er von der bösen zurück zur guten Seite kam.
Dumbledore sagte, es war, wie Voldemort die Prophezeiung auslegte. Ich werde mich deswegen mit dem Ding nochmal genauer beschäftigen. JKR sagte selbst, dass sie sich sehr genau überlegt hat, wie sie das alles formuliert.
Auch ein sehr wichtiger Punkt, den ich schonmal beschrieben habe:

Mir ist grad was voll wichtiges aufgefallen. Es gibt doch hier im Forum noch diesen Thread über Slughorn und da wird grad drüber diskutiert, dass Snape als Lehrer so fies war zu Harry usw. und dabei ist mir was sehr sehr interessantes eingefallen.

Alsoooooo, Snape erklärt doch Bellatrix in Kapitel 2 (Spinner's End), dass er festgestellt habe, dass Harry ein sehr mittelmäßiger oder noch schlechterer Zauberer ist und an ihm gar nichts besonderes wäre usw. DAVOR sagt er ihr aber, dass er ihn nicht angerührt habe usw. weil er erstmal gar nicht wusste, was mit Harry ist, dass es Gerüchte gab, dass Harry ein weiterer sehr mächtiger dunkler Zauberer hätte sein können und dass er erstmal abwarten wollte, ob sich jetzt jemand ihm anschließt und so weiter...

SO! Dast stimmt doch überhaupt gar nicht, er hat Harry bereits in der ersten Stunde total schlecht behandelt und runtergemacht. Hätte er wirklich gedacht, dass Harry ein dunkler Zauberer sein könnte und hätte er erstmal abwarten wollen, um zu sehen, wie Harry so drauf ist, dann hätte er ihn doch nicht so angesprochen. Er tat ja gerade so, als hätte er erstmal Respekt vor Harry gehabt, aber wir wissen ja, dass das nicht stimmt. Snape hätte sich's bei Harry als neuem dunklen Meister ja wohl gleich verdorben, wenn er ihn vor allen so dumm anmacht in der ersten Stunde.

Nur Bellatrix weiß das natürlich nicht, aber wir schon. Er hat sie also voll angelogen und DAHER.... sind auch die weiteren Angaben, die er zu den anderen Begebenheiten macht, ebenso fragwürdig und zweifelhaft!!!

Ich hab die Stelle mal eben rausgesucht:

"Aber warum hast du sein Leben verschont?"
"Hast du mich nicht verstanden? Es war nur Dumbledores Schutz, der mich vor Azkaban bewahrte! Meinst du nicht auch, dass der Mord an seinem Lieblingsschüler ihn zu meinem Feind gemacht hätte? Aber das war nicht alles. Ich möchte dich daran erinnern, dass über Potter, als er zum ersten Mal nach Hogwarts kam, noch viele Geschichten im Umlauf waren, Gerüchte, wonach er selbst ein großer schwarzer Magier sei und deshalb den Angriff des Dunklen Lords überlebt habe. Tatsächlich glaubten viele von den alten Anhängern des Dunklen Lords, Potter wäre vielleicht ein neuer Anführer, dem wir uns alle wieder anschließen könnten. Ich war zugegebenermaßen neugierig und verspürte nicht die geringste Neigung, ihn zu ermorden, als er den Fuß in das Schloss setzte.
Natürlich wurde mir sehr schnell klar, dass er keinerlei außergewöhnliches Talent besaß. Er rettete sich aus einer Reihe brenzliger Situationen mit einer einfachen Mischung aus schierem Glück und recht begabten Freunden. Er ist in höchstem Grade mittelmäßig....

Also Snape behauptet, er habe erstmal abwarten wollen, wie Harry sich entwickelte und dann "schnell" festgestellt, dass er nichts tauge... soso, also nach Sekunden in seinem Unterricht, aber er betont noch, dass er sich aus Gefahren rettete und erst dann angeblich sah Snape sein fehlendes Talent. Das dürfte dann erst im zweiten Band oder so gewesen sein, nachdem Harry im ersten den Gefahren entgangen war, das passt aber nicht zu dem was wir wissen, denn Snape hatte ihm schon in der ersten Stunde gesagt, dass er kein Talent habe!!!!

Ich dachte doch gleich, dass da etwas nicht stimmt, endlich ist es mir aufgefallen!


JKR hat DD so konsequent angelegt (wie wisst ihr alle genauso gut wie ich), dass es lediglich hätte sein können, dass der Zaubertrank persönlichkeitsverändernd gewirkt hätte. Doch dies kann nicht sein, da DD das Gespräch mit DM noch genauso geführt hat, wie er es in Band 1-5 auch getan hätte!

Die Tränen, die DM bei der heulenden Myrthe vergießt, sollen Mitleid mit ihm und seinem Schicksal, im falschen Elternhaus aufgewachsen zu sein, wecken. Na ja und bei mir hat es funktioniert. Niemand ist von Grund auf böse. JKR gibt sich ja sogar bei Voldemort sehr große Mühe eine Erklärung für seine abgrundtiefe Menschenverachtung zu liefern. Und das sie es in diesem Band bzgl. Malfoy tut, ist für mich ein Hinweis darauf, dass DD gute Gründe hat, Malfoy zu schützen. Ein Kind zu schützen, welches zwar schon viel Mist gebaut, welches schon viele Schüler drangsaliert hat, aber welches noch nie so weit gegangen ist, dass es nicht mehr zurück könnte oder zumindest erschwert.

Tja und nur in diesem Sinne macht es für mich Sinn, dass DD freiwillig stirbt (denn davon bin ich überzeugt - wie sieht es eigentlich mit der Zauberkunst aus, wenn einem der Zauberstab abhanden gekommen ist. Gleich Null??? Kann ich nicht glauben, wo doch sogar Dobby mit einem Fingerschnipp zaubern kann.)

Er opfert sich für Malfoy - wie er es auch für Harry getan hätte - damit er keinen Mord begehen muss, nimmt er Snape das Versprechen ab, es für Malfoy zu tun. Ein guter Schulleiter ist nicht der, der nur für seine Lieblingsschüler (Harry) handelt, sondern im Sinne aller, auch der Unsympatischen.

Apropos Sympathie: ich denke, dass Snape so handelt in allen Büchern, wie er es tut, dient natürlich der Aufrechterhaltung seines Doppelagentenstatus in Richtung Voldemort, aber könnte es nicht auch sein, dass es die konsequente Fortsetzung dessen ist, was DD an dem Abend begonnen hat, als er Harry vor die gewisse Tür legte: er wusste, wessen er Harry aussetzte und er tat es bewußt um ihn "abzuhärten".

Und genau dies tut auch Snape in meinen Augen: er macht Harry hart für den letzten ultimativen Kampf. JKR hat sich Umbridge betreffend solch subtile Quälereien ausgedacht, deren Harry ausgesetzt war, es wäre ihr doch ein leichtes gewesen, dies auch Snape machen zu lassen. Jemand hier sprach von Psychoterror, gewiss, genau das war es und der kann genauso weh tun, wie körperliche Strafen, aber letztere setzte Snape eben nicht ein. Das habt ihr ja schon alle oft diskutiert, aber ich denke eben, dass ein tieferer Sinn hinter dem Malträtieren des Snape steht, als nur sei Hass auf James.

Na ja, andererseits: wenn JKR ihn Harry hätte schon in der letzten Szene von Band 6 umbringen lassen, gäbe es keinen 7. Band mehr. Es könnte also einfach nur ein handwerkliches Muss gewesen sein, ihn "gnädig" erscheinen zu lassen. Wiederum andererseits, sie hat ihn noch nicht einmal den Versuch unternehmen lassen den Todesfluch aussprechen zu lassen. Wäre ja möglich gewesen und Hagrid hätte Harry geholfen...

Ach ja noch was: ich glaube einige von euch finden den Schauspieler so sympatisch, dass sie dies auf die Figur im Buch übertragen. Ich gehöre nicht dazu. Ich finde auch, dass er klasse spielt, aber mehr auch nicht. Und ich glaube trotzdem, dass Snape Harry letztlcih die Hilfe sein wird, die er braucht.

Noch was: ich wußte schon bevor ich das Buch las, dass Snape DD umbringt und ich hatte mir vorher ausgemalt, dass es ein großer Kampf sein würde oder zumindest ein Wortgefecht. Und dann, nichts dergleichen. Snape stürmt herein und keine Minute später ist DD tot. Kein "Auskosten" der Szene, nichts. Warum?

Na ja, JKR ist einfach genial, ich bin überzeugt davon, dass sie genau diese Diskussionen wollte. Ich könnte nämlich auch genauso andersherum argumentieren - sie hat Stoff für beide Stränge gegeben, aber wer von euch sagte doch gleich: meine Intuition sagt mir, dass Snape "unschuldig" ist. Gut er hat DD getötet, aber auch in unserem Strafrecht gibt es die Strafausschließungsg ründe und die Entschuldigungsgründ e bei objektivem Tatbestand und irgendso ein Grund liegt bei Snape vor. Da bin ich sicher!