Mein Snape-Püppchen



Sein Name ist "Sev".



Sev


Sev ist in einer tränenreichen Nacht, nachdem ich den sechsten Band Harry Potter und der Halbblutprinz ausgelesen hatte, entstanden.
Als Snape-Fan hat mich das Ende natürlich doppelt geschockt. Ich liebte Dumbledore immer und war von Snape nur maßlos enttäuscht, also hab stundenlang nur geheult.

Dann beschloss ich, Snape nicht völlig abzuschreiben, sondern ihm noch wenigstens die Chance zu geben, seine Tat zu verteidigen, wie es jedem Angeschuldigten auch zustehen sollte. Also warte ich nun sehnsüchtig auf den siebten Band in der Hoffnung, dass es sich wenigstens in der Weise klärt, dass es nicht nur einfach eine schreckliche Tat war, sondern einen Hintergrund hat, der es mir ermöglicht auf Snape wieder in der Weise zu blicken, wie ich es während der ersten sechs Bände getan habe, nämlich mit Hochachtung vor der Leistung der Autorin diesen ambivalenten Charakter in der Weise aufgebaut zu haben.

Snape wurde gleich zu Anfang äußerlich sehr widerlich und ansonsten fies beschrieben und ich habe ihn mir auch so vorgestellt, eigentlich tue ich das immer noch, auch wenn es schwerfällt, nachdem man die Filme gesehen hat und Alan Rickman einfach genial sexy aussieht und dem Bild des Snape aus den Büchern äußerlich so gar nicht gerecht wird. Aber für mich bleibt die Rolle des gedruckten Snape einfach viel genialer. Die Frage, die jeden Fan beschäftigen wird "Wie konnte Dumbledore ihm nur je vertrauen?!" ist Ausgangspunkt meiner Hoffnung, denn, wie konnte Dumbledore ihm nur je vertrauen, wenn er für uns offensichtlich ein fieser Typ ist und höchst zweifelhaft?!

Jetzt kann man zurückblicken und sagen "ja, an der Stelle hat es sich schon offenbart" oder "daran hätte man es bereits merken können", aber in Wirklichkeit ist das nur unser Eindruck, wenn wir zurückblicken. Es war für mich gänzlich unvorhersehbar, dass es diese Wendung nimmt; und das im vorletzten Band. Natürlich ist die Tatsache, dass es im vorletzten Band geschah ein weiterer Hoffnungsschimmer, schließlich könnte es sich so im letzten Band noch einmal relativieren.

Jahrelang wurde uns Snape als schleimiger Widerling repräsentiert, immer wieder wurde jedoch seine "Unschuld" offenbart wenn es um Dinge ging, für die er uns offensichtlich hatte verantworlich sein müssen und für die er uns in Verdacht stand. Am Ende eines jeden Bandes war er aber mehr oder weniger rehabilitiert. Jedoch erfuhren wir auch Jahr um Jahr immer zweifelhaftere Umstände, unter denen Dumbledore Snape aufgenommen hatte, immer mehr wuchs ein Misstrauen gegen ihn, das die Waagschale der "Snape - gut oder böse - Waage" bedrohlich in Ausgleich brachte und zuletzt, so kippte es vermeintlich doch zum Schlechten, als hätte jemand in die eine Waagschale, in die sonst nur Kieselchen gelegt wurden einen Backstein geschleudert.

Für mich ist auch dies nochmal ein Hoffnungsschimmer. Sollte sich alles, was jahrelang aufgebaut wurde und mit dem JKR gespielt hat, nun einfach so zutreffen? Die Zweifel, die man hegen konnte, einfach so bestätigt werden? Das wäre mir totlangweilig und sehr enttäuschend. Möglich, ja, aber ungeschickt gelöst, wenn es so plump wäre, finde ich. Wenn man JKR nun kennengelernt hat über die bisherigen Bände, dann spürt man, dass es das nicht gewesen sein kann. Das bedeutet nicht, dass Snape gut ist, aber ein plumpes Ende erwarte ich von einer genialen Person wie Joanne Kathleen Rowling am allerwenigsten.
Es bleibt also weiterhin alles offen und meinerseits immer noch die Hoffnung, ein letzter Strohhalm, an den ich mich klammere und mit mir wohl ein Meer Gleichgesinnter, die mir den Rücken stärken.

von Tonks